Atlas Curiosa: Die Feen-Grotte am Konradshöher Havelufer

Atlas Curiosa
Reinickendorf
Technik
Geschichte
Photographie
Autor:in

Jörg Kantel

Veröffentlichungsdatum

27. Januar 2026

Einst, als noch die Straßenbahn Berlin-Tegel mit Konradshöhe verband, war der Ort ein beliebtes Ausflugsziel für die Berlinerinnen und Berliner. Davon zeugten zahlreiche Ausflugslokale, wie der »Seegarten«, der »Lindenbaum«, die Gastwirtschaften »Schwan«, »Bellevue«, »Seeblick« und »Heideschlösschen«, die heute alle verschwunden sind. Mit am längsten gehalten haben sich die im ältesten Haus von Konradshühe, einer einstigen Kupferschmiede, gelegenen, 1891 eröffneten »Konradshöher Terrassen«, die 1937, nachdem man im Inneren eine Art Tropfsteinhöhle errichtet hatte, in »Feen-Grotte« umbenannt wurden. Dieses Ausflugs- und Variete-Lokal mit einer eigenen Dampferanlegestelle im Steinadlerpfad 15 war unter den Berlinern sehr bekannt und schloß erst 1979. Auf dem 3.700 Quadratmeter großen Grundstück wurden Doppelhäuser und Eigentumswohnungen gebaut.

Heute erinnert nur noch ein um 1960/1961 von der Reederei August Vogt in Betrieb genommenes Fahrgastschiff mit dem Namen Feen-Grotte an die Geburtsstätte dieser ehemaligen Kolonie. Die Reederei Wilfried Vogt setzte die Feen-Grotte in der Zeit um 2007 von Tegel aus für Fahrten auf der Oberhavel bis Hennigsdorf und zum Niederneuendorfer See ein. Sie hatte im Jahr 2007 eine Zulassung zur Beförderung von 200 Personen. Die Reederei besaß auch noch ein zweites Schiff, die Angela, die als als Restaurantschiff und für Charterfahrten eingesetzt, jedoch schon 2019 nach Tschechien verkauft wurde.

Aufgrund der Corona-Krise wurde der Fahrbetrieb mit der Feen-Grotte aber ebenfalls – vermutlich dauerhaft – eingestellt. Das Schiff kann aber immer noch (Stand Januar 2026) an seinem Liegeplatz an der Havel bewundert werden.

Beide Schiffe der Reederei wurden im Jahr 2007 für den Zweiteiler Die großen und die kleinen Wünsche verwendet. Die Feen-Grotte trägt im Film den Namen Phönix, die Angela heißt dort Carina.

Verwendete Literatur und sonstige Quellen


Photos (cc) 2026: Jörg Kantel