Der Emmauswald bleibt: Ökosystem statt Eigentumswohnungen
Immer, wenn auf diesen Seiten ein Photo des Neuköllner Emmauskirchhofs veröffentlicht wird, dann wissen regelmäßige Besucherinnen und Besucher des Schockwellenreiters, daß dies nicht nur geschieht, um an Gabi zu erinnern, sondern auch, damit nicht vergessen wird, daß der dahinterliegende Emmauswald nicht einer skrupellosen Immobilienmafia (und ihrer Handlanger im Berliner Senat) geopfert werden darf, die dort in der Hauptsache teure Eigentumswohnungen hochziehen will.
Vor etwa vierzehn Tagen demonstrierten Gegner dieser Zerstörung des Öko-Biotops vor dem Berliner Abgeordnetenhaus. Sie setzten dabei auch auf tierische Verbündete: In einem ins Parlament eingebrachten Antrag forderten die Grünen den Senat erneut auf, die Baupläne zu stoppen – und verwiesen auf Fledermausarten auf der Roten Liste, die hier leben. Denn die europäische Flora-Fauna-Habitatsrichtlinie schreibt vor, daß die Lebensräume von Fledermäusen in einem günstigen Zustand erhalten werden müssen.
Und wenn die Fledermäuse nicht helfen, dann vielleicht der nahegelegene Autobahntunnel (man kann sich seine Verbündeten nicht immer aussuchen): Im Planungsprozess war dem Senat nämlich aufgefallen (besser spät als gar nicht), daß das Bundesfernstraßengesetz Bebauung innerhalb von 40 Metern neben einer Autobahn verbietet. Zumindest die südliche Hälfte des Waldes könnte damit gerettet sein.
Doch der Emmauswald ist zwar der größte Wald Neukölln, aber vergleichsweise winzig, nur wenig größer als zwei Fußballfelder. Daher darf er nicht zerstückelt werden, sondern muss als Zufluchtsort für viele seltenen Tiere und Pflanzen vollständig erhalten bleiben. Daher gilt: Ökosystem statt Eigentumswohnungen! Das ist Gabis Vermächtnis.
Photo (cc) 2026: Jörg Kantel
