SoloMD: Ein weiterer Kandidat für meine digitale Rumpelkammer?

SoloMD
Zettelkasten
Markdown
Digitale Souveränität
Digital Garden
Autor:in

Jörg Kantel

Veröffentlichungsdatum

18. Juni 2026

Momentan überschlagen sich die Meldungen über Programme, die die Nachfolge von Anytype, meiner derzeitigen, digitalen Rumpelkammer, antreten möchten. Ein vielversprechender Kandidat ist SoloMD, das sich als »kostenloses Markdown Komplettpaket« empfiehlt, mit eingebauter Live-Vorschau, Wiki-Links, diversen GUI-Themen, einen Pomodoro-Wecker für Menschen, die sich leicht verzetteln, ein plattformübergreifendes Sync (denn SoloMD gibt es für Windows, macOS, Linux, iOS und Android) und natürlich optionaler massiver, auch lokaler, KI-Untersstützung. (Ohne die macht es wohl heute kein Second Brain mehr, greift das auf die KI dann als Third Brain zurück?)

SoloMD ist frei (MIT-Lizenz, Quellcode auf GitHub), arbeitet Offline-first, ihr braucht keinen Account bei irgendeinem Dienste-Provider, es ist werbefrei, Eure Daten bleiben bei Euch und es gibt optional eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Testumgebung SoloMD

Testumgebung SoloMD

Ich habe für einen ersten Test mir einmal eine kleine Umgebung gebastelt: Als Markdown-Editor leistet SoloMD alles, was man von einem Markdown-Editor erwartet, inklusive Formeln (via KaTeX) und Fußnotenunterstützung. Hinzu kommt, daß Mermaid-Diagramme in der Vorschau als Diagramme herausgerendert werden und natürlich die Unterstützung von Wiki-Links.

Schwierigkeiten gab es beim Export nach HTML, da funzte weder das Mermaid-Diagramm noch wurde das Bild angezeigt. Ein Blick in den Quellcode zeigte, daß hier für das Bild eine seltsame URL generiert wurde: src="asset://localhost/%2F…". Hier muss vermutlich noch an der Konfiguration geschraubt werden, genau wie auch bei den Mermaid-Diagrammen. Ein prinzipielles Problem dürfte es nicht sein, denn Pandoc, der Konverter, der hinter den Exporten werkelt, kann Markdown nach HTML.

Der Export nach PDF war nicht zu beanstanden und der Export nach .docx … na ja, es ist halt .docx, da kann man nicht viel erwarten. Am Besten sah aber der Export nach .png aus, das daraus resultierende Bild war wirklich schön.

Leider scheint SoloMD trotz Pandoc-Unterstützung und Wiki-Links keine Möglichkeit zu besitzen, ganze Ordner nach HTML zu exportieren. Daher sind die Einsatzmöglichkeiten als Wiki oder gar als Digital Garden eher nicht gegeben. Aber insgesant gefällt mir SoloMD besser als das hier getestete und mit ähnlichen Features ausgestattete Tolaria. SoloMD scheint übersichtlicher, leichter zu nutzen und ausgereifter. Aber egal, da beide Anwendungen ihre Daten als reine Markdown-(Text-)Dateien (mit YAML-Frontmatter) ablegen, gehen bei einem Wechsel keine Daten verloren. Still digging!


Bild: Die Zettelkästen des Märzhasen, erstellt mit OpenArt. Prompt: »The March Hare sits at a desk in front of an antiquated, steampunk-style computer, typing on a keyboard. He wears a pair of aviator goggles, which he has pushed up onto his forehead. On the desk stands an open card catalog, its contents a chaotic jumble of handwritten index cards and loose scraps of paper. Beside the keyboard sits a mug of steaming coffee. Shelves crammed with books and steampunk knick-knacks line the walls. Through a window, one looks out upon a steampunk version of Berlin. Colored classic American comic style. Language: German. No speech bubbles, no textboxes. No German flags.« Modell: Nano Banana 2.