Auf dem Weg zur World-Markdown mit MarkText
Die beunruhigenden Meldungen über Anytypes nicht abwärtskompatiblen Nachchfolger Anytwo haben mich besorgt den Artikel »My Top 4 Open Source Markdown Editors« (€) von C. A. Exline lesen lassen. Darin wurden die freien Markdown-Editoren GhostWriter, Zettlr, Joplin und MarkText vorgestellt.
Das brachte zwar (für mich) keine wirklich neuen Erkenntnisse, da GhostWriter nur unter Linux und Windows läuft und Joplin und Zettlr in diesem Blog Kritzelheft schon hinreichend oft erwähnt wurden. Lediglich daß ich MarkText vor vier Jahren auf diesen Seiten erwähnt hatte, überraschte mich selber ein wenig, denn MarkText ist schon länger auf meinem Chromebook der Markdown-Editor meiner Wahl, obwohl er als fette Elektron-App 330 MB Festplattenplatz belegt. Und das hat seinen Grund:
Denn das herausragende Merkmal von MarkText (MIT-Lizenz, Quellcode auf GitHub) ist die Echtzeitvorschau. Anstatt eines separaten Bearbeitungs- und Vorschaufensters werden die Textänderungen direkt auf der Seite angezeigt, ähnlich wie bei einer WYSIWYG-Anwendung. Das ist zwar anfangs etwas gewöhungsbedürftig, doch man gewöhnt sich sehr schnell daran, mit ⎇ + ⌘ + s (auf meinem Chromebook alt gr + strg + s) zwischen Bearbeitungs- und Vorschaumode umzuschalten. Aber man braucht das eigentlich nur selten, in MarkText kann man meistens sehr flüssig direkt im Vorschaumode schreiben.
Ansonsten kann MarkText alles, was man von einem Markdown-Editor erwartet. Er beherrscht GitHub Flavoured Markdown (GFM) mit Fußnoten und mathematischen Formeln, YAML-Frontmatter und Mermaid-Diagrammen. Und er exportiert anstandslos nach HTML und PDF, wobei man das Erscheinungsbild der Seiten durch CSS noch beeinflussen kann. Damit lässt sich zwar kein Digital Garden realisieren, aber um schnell mal einzelne Seiten ins Web hochzuladen reicht das Tool allemal.
Ich habe jedenfalls das Teil nun auch auf meinem Mac Mini installiert, als Markdown-Editor für zwischendurch und als potentiellen Nachfolger für Anytype als meine digitale Rumpelkammer.
Bild: Qumbo schreibt, erstellt mit OpenArt. Prompt: »@Qumbo sits at a desk in front of an antiquated, steampunk-style computer, typing on a keyboard. Lying on the desk in front of him is a gigantic notebook, in which he is jotting down notes with an old-fashioned fountain pen. Beside the keyboard sits a mug of steaming coffee. Shelves crammed with books and steampunk knick-knacks line the walls. A statue of the phoenix stands on one of the shelves. Through a window, one looks out upon a steampunk version of Berlin with an elevated old-fashioned railway in a steampunk style, but in the colors of the Berlin S-Bahn. Colored classic American comic style. Language: German. No speech bubbles, no textboxes. No German flags.« Modell: GPT Image 2.5.

