Spieleprogrammierung im Browser mit der Schlange: Q5play kann Python

Q5.play
Python
Brython
JavaScript
microStudio
Pyxel
Spieleprogrammierung
Autor:in

Jörg Kantel

Veröffentlichungsdatum

30. April 2026

Es hatte sich hier schon angekündigt, nun posaunte es Quinton Ashley »offiziell« hinaus: Q5play, der Game-Engine-Ableger der »rasend schnellen« P5.js-Alternative Q5.js kann jetzt auch Python. Damit könnt Ihr auch über Python auf die Leistungsfähigkeit von WebGPU-Graphiken und WASM-basierten Physiksimulationen zugreifen.

Dafür müsst Ihr im Q5.js-Webeditor oben rechts unter Settings -> Template die Einstellung lediglich auf q5play Python project ändern. Und damit Ihr Euch nicht völlig alleingelassen fühlt, gibt es das interaktive Online-Tutorial »Learn Q5play« auch als Python-Edition (einfach auf das Python-Logo klicken), eine 50-seitige, anfängerfreundlicher Dokumentation mit Codebeispielen.

Die Engine, die hinter allem werkelt ist Brython (Browser Python), eine freie (BSD-3 Lizenz) Python-3-Implementierung, die im Browser läuft und als Ersatz für JavaScript gedacht ist. Neben der Standardbibliothek können einmal auch andere (Pure Python) Module geladen werden, allerdings keine Module, die zum Beispiel C- oder FORTRAN-basierte Teile enthalten. Das schließt Module wie numpy, scipy, matplotlib oder pandas, aber auch Pythons Turtle, aus. Dafür gibt es aber noch das »eingebautes« Modul browser, das den Python-Skripten Zugriffe auf das DOM-API erlaubt.

Brython werkelt auch hinter der Python-Version von microStudio. Auch hier werden die Nachteile von Brython (keinen Zugriff auf den Scientific Stack) mindestens teilweise dadurch ausgeglichen, daß man auch via Brython Zugriff auf JavaScript-Bibliotheken hat, in Q5play zum Beispiel auf Box2D (JavaScript-Version).

Das alles klingt auf den ersten Blick ganz nett, doch leider steht Q5play unter einer seltsamen Lizenz, die für die Nutzung in der Ausbildung Knete verlangt. Ansonsten darf man – außerhalb militärischer Einrichtungen – das Teil kostenlos nutzen, aber mich überzeugt die Lizenz nicht. Daher ist Q5play für mich leider keine Alternative zu microStudio oder Pyxel, wenn es um Python-Spieleprogrammierung für das Web geht. Was ein wenig schade ist, denn ohne diese seltsame Lizenz macht das Ding auf mich eigentlich einen guten Eindruck.


Bild: Q5play kann Python, erstellt mit Scenario. Prompt: »A badger in a red dressing gown and a python wearing horn-rimmed glasses are sitting together in a classroom in front of a computer, programming games. On the blackboard behind them, written in chalk, are the words: “Spieleprogrammierung mit Q5play und Python”. Colored Franco-Belgian comic style. Language: German. No speech bubbles, no textboxes, no headlines.« Modell: Nano Banana 2.